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Alltags Tipps für Seelze

Beim Lachs-Kauf auf Zertifizierung achten

Das Ergebnis: Alle Wildlachsprodukte der Stichprobe sind zertifiziert. Bei Lachs aus Aquakultur dagegen trugen knapp zwei Drittel kein Siegel.

Von den 31 untersuchten Produkten (Lachs, Wildlachs sowie Wildlachs-Fertiggerichte) wiesen 22 ein Siegel auf. Alle Wildlachsprodukte waren mit dem Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) gekennzeichnet. Dieses wird vergeben für Wildfisch-Produkte aus Beständen, die nicht überfischt werden und sich erholen können. Außerdem muss sichergestellt sein, dass Artenvielfalt und Funktionsfähigkeit der betroffenen Ökosysteme erhalten bleiben. Umweltorganisationen kritisieren die Standards als nicht ausreichend, da Hersteller diese nur zu 60 bis 80 Prozent erfüllen müssen, was für den Verbraucher nicht erkennbar ist.

Atlantischer Lachs ist hauptsächlich aus Aquakultur erhältlich. Von den 14 untersuchten Produkten waren lediglich fünf zertifiziert. Zwei Produkte trugen das Aquaculture Stewardship Council (ASC)- Siegel. Dieses begrenzt zwar die Besatzdichte (Fische pro Fläche) und die Antibiotikagabe. Es verhindert jedoch nicht, dass Fische beengt gehalten werden und das Futter möglicherweise mit der Chemikalie Ethoxyquin belastet ist. Strengere Kriterien bietet das EU-Biosiegel, das bei drei Produkten der Stichprobe vorkam. Im Vergleich zum ASC-Siegel stellt es höhere Anforderungen an die Besatzdichte, das Futter (nachhaltig und nicht genetisch verändert) sowie die Antibiotikagabe, die in konventioneller Aquakultur oft sehr hoch ist. Ethoxyquin ist in der Regel im Futter von Bio-Lachs nicht vorhanden.

„Verbraucher sollten darauf achten, ausschließlich Lachsprodukte mit Siegel zu kaufen, die kaum teurer sind. Trotz berechtigter Kritikpunkte tragen diese dazu bei, dass mehr Betriebe auf nachhaltige Zucht- und Fangmethoden umsteigen“, sagt Britta Schautz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die höchsten Standards in der Aquakultur bieten Bioprodukte, die jedoch fast doppelt so teuer sind.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen fordert Einzelhändler auf, das Angebot von Fisch aus zertifizierter Aquakultur zu erweitern. Umweltbewussten Verbrauchern wird so die Entscheidung für einen nachhaltigen Weihnachtsschmaus erleichtert.

Die ausführlichen Ergebnisse unter www.vz-ni.de/lachs-zu-weihnachten.

(GCN)

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