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Alltags Tipps für Seelze

Pkw-Diebstahl durch Überwinden von „Keyless-Systemen“

Seelze – Abfangen von Funksignalen sogenannter Keyless-Systeme und anschließendes Entwenden vorwiegend hochwertiger Autos.

Mit dieser neuen Masche im Deliktsbereich Pkw-Diebstahl beschäftigen sich unter anderem die Ermittler der zentralen Ermittlungsgruppe (EG) Kfz in der Polizeidirektion (PD) Hannover.

Keyless-System:

Keyless-Systeme erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und fast jeder Autohersteller hat schon verschiedene Modelle auf den Markt gebracht. Keyless bedeutet, dass man das Auto nicht mehr mit einem Schlüssel öffnen/schließen und starten muss. Hat man den Schlüssel z.B. in der Hosentasche, so kommunizieren Schlüssel und Auto über bestimmte Induktionsantennen, wodurch das Auto sich öffnet, wenn man sich im unmittelbaren Bereich des Fahrzeugs aufhält. Gestartet bzw. ausgestellt wird das Auto per Fingerdruck über einen Start-/Stopp-Taster.

Schwachstelle Keyless-System:
Durch die „Keyless“-Technologie können Kriminelle Autos stehlen, ohne sie geräuschvoll aufbrechen zu müssen. Mit speziellen Geräten, sog. Funkstrecken-verlängerer, werden die Signale der Schlüssel eingefangen und an die Fahrzeugelektronik weitergeleitet.
So ist es beispielsweise möglich, einen in der Wohnung hinterlegten Fahrzeugschlüssel mit einem Scanner zu erfassen, um sodann das von diesem dauerhaft gesendete Funksignal an einen Empfänger, der in unmittelbarer Nähe des zu stehlenden Fahrzeugs vorgehalten wird, weiterzuleiten. Das kann problemlos über einige Dutzend Meter weit erfolgen.

Dieses kann natürlich nicht nur rund um die eigenen vier Wände, sondern auch beim Einkaufen, bei Theaterbesuchen, im Schwimmbad oder im Fitnessstudio passieren.

Das Fahrzeug erkennt das Schlüsselsignal und entriegelt die Zugangstüren. Anschließend lässt sich der Motor ganz einfach per Knopfdruck starten, aber auch wieder ausstellen.

Die Wegfahrt mit dem Auto ist problemlos möglich, auch wenn die Verbindung zwischen Fahrzeug und Schlüsselsignal abreißt. Solange der Täter den Motor nicht abstellt oder abwürgt, kann das Fahrzeug gefahren werden, bis der Kraftstoff aufgebraucht ist.

Ist das Fahrzeug an einen sicheren Ort verbracht, können über weitere Spezialwerkzeuge Nachschlüssel codiert werden.

Wie können sich Fahrzeugbesitzer schützen? 

  • Der beste Schutz vor Autodiebstahl durch die Ausnutzung der „Keyless-Go-Schwachstelle“ ist der Verzicht darauf, solange das System nicht wirklich sicher ist.
  • Fragen Sie beim Fahrzeughersteller, ob Sie die Funktion auch zeitweilig deaktivieren können. Manche Hersteller bieten diese Option an.
  • Parken Sie Ihr Auto möglichst in einer verschlossenen Garage.
  • Legen Sie den Schlüssel nie ungeschützt in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür ab.
  • Verwenden Sie bei Nichtbenutzung des Wagens Hüllen oder Behältnisse, um das Funksignal abzuschirmen. So können beispielsweise Schlüsseletuis mit eingebauter Abschirmfolie oder Schlüsseltresore über das Internet oder im Fachhandel erworben werden.
  • Machen Sie dazu einen Selbsttest und halten Sie den „abgeschirmten“ Schlüssel direkt neben die Fahrzeugtür. Erst wenn sich diese nicht mehr öffnen lässt, funktioniert der Schutz.
  • Achten Sie auf Personen in Ihrer unmittelbaren Nähe. Es könnten professionelle Autodiebe sein, die versuchen sich „unauffällig“ das Schlüsselsignal zu verschaffen.
  • Autodiebe gehen oft den Weg des geringsten Widerstandes. Je länger es dauert, ein Kfz zu öffnen und zu entwenden, umso unwahrscheinlicher wird der Fahrzeugdiebstahl. Machen Sie es daher den Dieben schwer und
    installieren Sie beim Abstellen des Fahrzeugs mechanische Diebstahlsicherungen, wie bspw. die klassische
    Lenkradkralle/Absperrstange, eine Gangschaltungs- oder auch Pedalsperre.
  • Fragen Sie bei Ihrer Fachwerkstatt nach, ob und welche Möglichkeiten es speziell für Ihr Auto gibt.

Tatbegehungen in Hannover:
Nachweislich konnten im Zuständigkeitsbereich der PD Hannover im Februar 2016 und Januar 2017 zwei Keyless-Entwendungen festgestellt werden.
So wurde in der Nacht zum 19.02.2016 in Pattensen durch unbekannte Täter mit Funkstreckenverlängerern ein Porsche Panamera im Wert von zirka 100 000 Euro entwendet. Der Wagen stand vor dem Wohnhaus des Geschädigten geparkt und war verschlossen. Der Funkschlüssel zum Fahrzeug war zur Tatzeit im Wohnhaus abgelegt.

Eine zweite auf diese Art und Weise begangene Fahrzeugentwendung ereignete sich in den Morgenstunden des 28.01.2017 in Altwarmbüchen. Gestohlen wurde ein BMW X6 im Wert von etwa 51 000 Euro. Auch hier befand sich der Schlüssel im Wohnhaus und war in der Küche abgelegt.

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